Bergamasker Alpen (8/2024)

4.8. – 10.8.24

Es war die erste Tour in den umwerfenden Bergamasker Alpen. Eine Tour der Sinne, eine Tour der Kraft und der Liebe, denn die Bergamasker Alpen oder wie sie in Italien genannt werden – Alpi Orobie – sind und bleiben eine Offenbarung, ein Mysterium, da unbekannt und faszinierend im gleichen Atemzug. Soviel Anmut, wie in den Zentralalpen gibt es in meinen Augen nur im Piemont, wo weite Täler das Auge tränenreich werden lassen und die Ferne einen Bergwanderer in tiefe Gedanken überführt. Wie in Nepal, wo die nächsten Pässe noch kilometerweit zu sehen sind, verhält es sich auch so in den Bergamasker Alpen. Unsere Blicke fangen ein, was wir in unseren rastlosen Herzen tragen, eine schier aufrichtige Liebe für die Freiheit.


Highlights der Tour

Erkundung der Bergamasker Alpen

  • Aufstieg zum Pizzo Tre Signori (2554m)
  • Aufstieg zum Zucco del Corvo (1976m)
  • Rifugio FALC
  • Lago di Trona (1802m)
  • Bocchetta di Val Pianella
  • Laghi di Ponteranica (2109m)
  • Passo San Marco (1992m)
  • Passo di Tartano (2102m)
  • Laghi Porcile di sopra (2093m)
  • Wolfspass (2316m)
  • Lago Moro (2225m)
  • Hotel des Alpes, Foppolo

Tag 1: Rifugio Buzzoni

Startpunkt ist die kleine Ortschaft Moggio gewesen, wir sind mit einem Privatbus aus Bergamo angereist. Der erste Tag bedeutete für die Gruppe das Überwinden von Höhenmetern, um auf Höhe zu gelangen. Nach ca. 3 Stunden erreichten wir unser wichtiges Etappenziel, den Pass Pesciola, der zugleich der höchste Punkt unserer ersten Etappe bedeutete. Von dort stiegen wir ab und kehrten zu Mittag ins Rifugio Sora Casari ein, wo wir mit Köstlichkeiten versorgt wurden. Danach war es nur noch ein Spaziergang bis zu unserer ersten und besonderen Unterkunft, dem Rifugio Buzzoni.

2. Tag: Rifugio Falc

Ein herrlicher Tag! Licht und Nebel im Wechselspiel und der immer aufgehende Himmel, der uns seine Unendlichkeit offenbarte, ließ uns alle entzücken und unsere Augen in eine weiße Glut aus Himmelswolle und eine blau- und rot erscheinende Zeitspirale blicken. Unsere Herzen nur noch ein wirres Durcheinander, keine Zeit war für uns gegeben, nur das Fühlen von einem freudigen Moment, einem besonderen Moment, der uns alle betraf.

3. Tag: Rifugio Benigni

Ein langer Wandertag, der uns viel Mühe und Schweiß kostete, aber was ist schon im Leben einfach, wann ist im Leben etwas einfach gewesen, wenn man Großes erreichen wollte? Wir begannen unseren Tag mit dem Aufstieg zum Pizzo Tre Signori (2554m). Auch heute verließ uns das Glück nicht und wir trafen Himmel, Licht und Nebel wieder, als wir im Aufstieg waren. Auch ist dieses Gebiet das zu Hause von einer Steinbock-Familie, die besonnen auf unser Eintreffen reagierte. Wir gaben uns der Ruhe hin, die von den scheuen Tieren ausging und beobachten sie in ihrem natürlichen Habitat.

4. Tag: Rifugio San Marco

Vom Rifugio Benigni hinab zu einem Abstieg der uns zum Salmurano Pass brachte. Von dort auf einen immergrünen Panoramaweg, bis wir die Seen der Ponteranica erreichten, wo wir uns einen Einstieg nicht verwehrten. Nur an diesem Tag ereilte uns ein Gewitter, welches aber fast unmerklich an uns vorbeizog. Der lange Abstieg und der Wiederaufstieg ließ uns unsere Mühen ganz schön spüren, aber letztlich erreichten wir das großartige Rifugio San Marco, wo wir einkehrten und uns richtig gut ausruhen konnten.

5. Tag: Rifugio Dordona

Ein ebenso langer Wandertag, wir tauften ihn den 8-Pässe-Trek, da wir ganze 8 Pässe zu überqueren hatten. Einer jedoch schöner wie der andere. Die Krönung war letztlich der Wolfspass auf 2316 Metern, der es sicherlich in sich hatte. Wir ließen uns nicht von der Ruhe abbringen und füllten unsere Herzen auch heute mit guten Vorgaben für diesen wundervollen Tag mit viel Sonne, vielen Weitblicken, die Täler, die Freudentränen, die dem Wanderer aus Mitgefühl für seine Minderwertigkeit kommen, wenn er sich als kleines Wesen wahrnimmt, verloren in einer weiten Welt, die ihn klein macht, ihn zu einem Nichts werden lässt.

6. Tag: Hotel des Alpes in Foppolo

Unsere letzte Etappe und zugleich die leichteste der ganzen Tour, so wie es sich gehört für eine Bergtour. Heute mussten wir lediglich zwei Pässe überqueren, von denen der zweite uns allen nochmals alles abverlangte, aber belohnt wurden wir mit einem rührenden Blick auf den Lago Moro, einem Energiefeld aus azurblauem Wasser und tanzenden Lichtern im Glanz der immerwährenden Sonne. Mittagseinkehr im super geführten Rifugio Montebello und schließlich der Abstieg nach Foppolo und Einkehr in das Hotel des Alpes.

7. Tag: Rückreise nach Bergamo

Danke an alle Teilnehmer! Ihr habt euch tapfer geschlagen und nie aufgegeben, wenn es mal schwierig wurde. Ich gedenke an euch und auch habe ich in euch die gleiche Leidenschaft für die Berge aufflimmern gesehen, wie ich sie bei mir immerzu spüre. Ich wünsche euch nun alles Gute und meldet euch, wenn ihr wieder mit Alpinblau Touren auf Abenteuer gehen möchtet.


Danke an alle Teilnehmer !

Hier eine kleine Auswahl an Bildern



Kommentare

  1. Giuseppe, es war eine wunderbare Tour mit allen Eindrücken und Empfindungen, wie du sie geschildert hast. Ein einmaliges Erlebnis mit vielen Überraschungen. Ich freue mich schon auf die nächste Tour.
    Alles Liebe Giselle

  2. Die Wanderung führte uns durch die einsame, ursprüngliche Bergwelt der Bergamasker Alpen. Auf schmalen Bergpfaden, vorbei an klaren Bergseen, über teils steile Pässe, verbunden mit leichten Klettereien, erreichten wir unser jeweiliges Tagesziel. Jedes Refugio hatte seinen eigenen besonderen Charme! Ein herzliches Dankeschön an Guiseppe für die professionelle Führung und die Unterstützung, wenn der Rucksack zu schwer wurde. Nicht nur die einzigartige Landschaft, sondern auch die Kameradschaft trugen zu dem besonderen Bergerlebnis bei! Ich freue mich auf ein Wiedersehen.
    Bis dahin alles Gute, Astrid

  3. Grazie mille Giuseppe für diese einzigartige Tour und das du uns die Schönheit der Bergamasker Alpen gezeigt hast. Ich freue mich schon auf die nächste Tour nelle bellissime montagne d’Italia🇮🇹🥾🫶

  4. Die Tour durch die Bergamasker Alpen ist eine Tour für alle Sinne, in der die körperliche Kondition gefordert wird. Bergführer Giuseppe führte unsere tolle Gruppe mit Leidenschaft von Gipfel zu Gipfel, von Pass zu Pass. Auch Steinböcke konnten wir aus nächster Nähe beobachten. Diese Tour führt an azurblaue Bergseen vorbei, in denen gebadet werden konnte. Die Hütten sind abseits vom Massentourismus gewählt, das der Tour eine besondere schöne Atmosphäre gab. Für Menschen, die die unberührte Natur lieben, und auch über sich hinauswachsen möchten, ist das eine richtig gute Tour. Unseren besonderen Dank an Bergführer Giuseppe, der uns stets sicher und souverän durch die anspruchsvollen Berge geführt hat, sowie den fröhlichen Bergwanderkletterfrauen. Kerstin & Michael

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