Die hier angebotene Streckenführung führt Sie in die Ligurischen Alpen und in den ‚Parco Nazionale del Marguareis‘. Dieser liegt ganz am Ende des Alpenbogens, der anschließend in den Ligurischen Apennin übergeht. In sieben Tagen durchwandern wir diese atemberaubende Alpenkette um den Gebirgsstock des Marguareis (2651m), der höchsten Erhebung der Ligurischen Alpen. Diese Tour führt auch zum zweithöchsten Punkt der Ligurischen Alpen, der Punta Mongioie mit knapp 2631 Meter. Ein weiteres Highlight stellt sicherlich die Tour in der ‚Grotte delle Vene‘ dar. Eine Höhlentour, die wir zusammen mit einem einheimischen Bergführer unternehmen werden. Im Gebiet zwischen der Punta Marguareis und dem Mongioie gibt es zahlreiche Karsthöhlen unterschiedlicher Größe, die seit den 1950er Jahren von Speleologen aus ganz Europa erforscht werden.
Tourenplan
Tag 1 – Rifugio Don Barbera
Wir treffen uns in Turin, Piemont und zwar am Bahnhof ‚Porta Nuova‘. Von dort fahren wir mit Zug nach Cuneo und anschließend mit Privattransfer nach Upega (1300 m), zugleich Ausgangspunkt unserer Tour. Upega liegt an einem sanften Hang mit Weiden und Lärchen. Zusammen mit Carnino und Piaggia bilden sie die Gemeinde Briga Alta. Mit seinen 1297 Metern über dem Meeresspiegel ist dieses entzückende Bergdorf heute ein kleines Zentrum mit starker touristischer Ausrichtung und Ausgangspunkt für Ausflüge und Exkursionen. Unsere erste Etappe ist absichtlich kurz gewählt, denn die nachfolgenden Tagesetappen beinhalten einige mittelschwere Passagen, für die es eine gute Fitness und Ausdauer benötigt. Wir übernachten im Schutzhaus Don Barbera auf 2079 m.
Höhenunterschied: bergauf 950m, bergab 130m, 9 km
Tag 2 – Rifugio Pian delle Gorre
Bereits am zweiten Tag unserer Reise brechen wir voller Vorfreude zum ersten Gipfel auf, der der Region seinen Namen verleiht: die majestätische Punta del Marguareis mit ihren beeindruckenden 2652 Metern. Die Streckenführung ist ein wahrer Genuss für jeden Wanderer, da sie gleichmäßig und stetig nach oben verläuft. Jeder Schritt bringt uns der herrlichen Aussicht näher, und die saftigen Wiesen und schroffen Felsen begleiten uns auf unserem Weg. Oben angekommen, wird die Anstrengung der Wanderung augenblicklich belohnt. Das Panorama, das sich vor uns entfaltet, ist atemberaubend. Die Luft ist klar und frisch, und der Blick reicht weit über den Horizont hinaus. Bei klaren Bedingungen leuchtet der Monviso in seiner unverkennbaren Form wie ein Wächter der Berge. Seine markante Silhouette wirft Schatten auf alles, was sich in seiner Nähe befindet, und zieht den Blick magisch an – ein wahres Naturkunstwerk. Der Abstieg ins Vallone di Carnino gestaltet sich hingegen sehr einsam. Die Stille der Berge umgibt uns, nur das Geräusch unserer Schritte und das gelegentliche Rauschen des Windes sind zu hören. Diese ruhige Atmosphäre gibt uns die Möglichkeit, die Schönheit der Natur in vollen Zügen zu genießen und Momente der Reflexion zu erleben. Schließlich erreichen wir die Gäste Ortica, wo wir entscheiden, ob wir die längere Route über den Pass del Duca nehmen oder direkt absteigen, um unsere nächste Unterkunft zu erreichen, das Rifugio Piano delle Gorre. Dort werden wir uns nicht nur von den Strapazen des Tages erholen, sondern auch neue Kraft tanken für die Abenteuer, die noch vor uns liegen. Ein perfekter Abschluss eines unvergesslichen Tages in den Höhen der Punta del Marguareis.
Höhenunterschied: bergauf 380m, bergab 1420m, 13 km
Tag 3 – Rifugio Mondovi
Heute erwartet uns ein spannendes Abenteuer, während wir uns auf den Weg zum Rifugio Garelli machen. Zunächst folgen wir einer Aufstiegsroute und müssen uns auf einen Anstieg von 950 Höhenmeter einstellen. Auch wenn das nicht gerade der bequemste Start in den Tag ist, bleibt uns keine andere Wahl, wenn wir nicht die längere Umgehungsroute wählen möchten, die uns in einem weiten Bogen abdrängen würde. Wir erreichen nach ca. 3 Stunden das Rifugio Garelli, wo wir uns eine Mittagsrast genehmigen. Im Anschluss geht es weiter hinauf. Die bergsteigerische Route, die wir nun einschlagen, führt uns zwischen der imposanten Cima di Serpentera (2344 m) und der majestätischen Cima Gaudioline (2330 m) hindurch. Hier betreten wir ein wahres Naturparadies – abgelegene Gegenden, die nur selten von Wanderern besucht werden. Die Landschaft offenbart sich uns in ihrer ganzen Vielfalt: Ein Karstland, das oft völlig frei von Bäumen ist, zieht sich vor uns auf. Unzählige Sinkhöhlen und Karsttrichter prägen das Bild dieser einzigartigen Region. Der Weg ist abwechslungsreich; wir werden auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wandern – von leichten Pfaden bis zu anspruchsvolleren Herausforderungen. Jeder Schritt führt uns tiefer in diese faszinierende Landschaft hinein, wo der Rocche di Serpentera mit seinen 2239 m majestätisch über alles wacht. Seine prachtvolle Anmut wird uns auf diesem Weg stets begleiten. Trotz der Mühen, die uns der Aufstieg beschert, werden wir reich belohnt durch die atemberaubenden Ausblicke und die unberührte Natur um uns herum. Lassen wir uns also von der Schönheit dieser Tour inspirieren und genießen wir jeden Moment auf unserem Weg zum Rifugio Mondovi.
Höhenunterschied: bergauf 1180m, 450m bergab, 11 km
Tag 4 – Rifugio Balma
Heute erwartet uns eine lange Streckenführung, inmitten von schattenüberzogenen und sonnenbedeckten Bergen. Wir befinden uns im Herzen der Ligurischen Alpen.
Höhenunterschied: bergauf 730m, bergab 610m, 11 km
Tag 5 – Rifugio Mongioie
Heute erwartet uns ein aufregendes Abenteuer, denn wir werden den zweithöchsten Punkt dieser beeindruckenden Region erklimmen: Punta Mongioie (2612m), die gedankenverloren in den Himmel ragt. Bei gutem Wetter haben wir die Möglichkeit den imposanten Monviso zu bewundern, der stolz und unübersehbar über seine Umgebung thront. Es ist, als würde er den Himmel für sich beanspruchen.. Der Aufstieg zur Punta Mongioie ist vergleichbar mit dem Weg zum Marguareis. Der Pfad mag lang erscheinen, doch er führt uns stetig und kontinuierlich nach oben. Jeder Schritt bringt uns näher an unser Ziel, und während wir die Höhe gewinnen, entfaltet sich um uns eine malerische Landschaft, die nicht nur unsere Beine, sondern auch unsere Herzen inspiriert. Sobald wir den Gipfel erreicht haben, erwartet uns eine Überraschung – eine Freude, die ich euch jetzt nicht verraten möchte. Glaubt mir, die Schönheit, die ihr dort entdecken werdet, wird euch verzaubern und die Mühen des Aufstiegs in einem Augenblick vergessen lassen. Nach unserem aufregenden Aufenthalt auf dem Gipfel setzen wir unseren Weg fort und begeben uns auf einsame Pfade hinab zum Rifugio Mongioie, wo wir die Nacht verbringen werden. Hier können wir die Erlebnisse des Tages Revue passieren lassen und uns auf die bevorstehenden Abenteuer vorbereiten.
Höhenunterschied: bergauf 1070m, bergab 1450m, 14,8 km
Tag 6 – Rifugio Porta del Sole
Der letzte Tag unserer Reise hat es wirklich in sich! Wir stehen an der Schwelle zu einem faszinierenden Abenteuer, das uns tief unter die majestätischen Gipfel der Ligurischen Alpen führt. Diese Region ist bekannt für ihre beeindruckenden Karsthöhlen, und heute werden wir das Geheimnis ihrer Unterwelt erkunden. Mit jedem Schritt, den wir in diesen unglaublichen Karstgebieten setzen, wird uns bewusst, wie die Natur über Jahrtausende hinweg das kalkhaltige Gestein geformt hat. Das Oberflächenwasser sickert sanft in das Gestein, umschmeichelt es und wäscht es, bis atemberaubende Sink- und Karsthöhlen entstehen. Eine dieser besonderen Höhlen ist die „Grotte delle Vene“, die wir bald betreten werden. Unser Führer an diesem Tag ist der Hüttenwirt des Rifugio Mongioie, ein erfahrener Bergführer und leidenschaftlicher Höhlenforscher. Mit seinem fundierten Wissen und seiner Begeisterung wird er uns durch die Grotte führen und uns spannende Einblicke in die faszinierende Welt der Unterwelt geben. Die Tour durch die Grotte wird etwa eine Stunde dauern, doch die Erinnerungen, die wir sammeln, werden ein Leben lang halten. Während wir weiter wandern, kommen wir an den charmanten Bergdörfern Carnino inferiore und Carnino superiore vorbei. Diese kleinen, malerischen Orte sind nicht nur ein Fest für die Augen, sondern auch Zeugnisse einer reichen Kultur und Tradition, die sich in der Architektur und der herzlichen Gastfreundschaft der Einwohner widerspiegelt. Schließlich erreichen wir unser Ziel für den Tag: das Rifugio Porta del Sole. Hier erwarten uns Richard und seine Familie bereits mit offenen Armen. Nach einem Tag voller Erlebnisse in der Natur können wir uns darauf freuen, in dieser gemütlichen Unterkunft zusammenzukommen, Geschichten auszutauschen und den Tag in geselliger Runde Revue passieren zu lassen. Lasst uns also den letzten Tag in den Ligurischen Alpen genießen und uns auf das Abenteuer unter den Bergen freuen!
Höhenunterschied: bergauf 520m, bergab 890m, 9,5 km
Tag 7 – Abreise
Mit Privattransfer geht es zurück nach Turin, Piemont.
Dauer: 7 Tage / Gesamtstrecke: 68,3 km / Höhenunterschied: 4830 m im Aufstieg und 4950 m im Abstieg