Diese Reise entführt Sie in die Vizentiner Alpen und die Lessinischen Berge, die sich aus dem Pasubio-Massiv und den sogenannten kleinen Dolomiten zusammensetzen. Trotz ihrer landschaftlichen Pracht sind die Lessinischen Berge und die kleinen Dolomiten hierzulande ein erstaunlich wenig bekanntes Ziel für Wanderer – und das zu Unrecht. Abgesehen von ihrer vorteilhaften Lage im Süden der Alpen, die eine früh einsetzende Wandersaison sowie ausgedehnte Touren bis in den Herbst ermöglichen, beeindruckt diese Region durch eine außergewöhnliche Vielfalt spektakulärer Naturszenarien. Diese Gegend, einst Frontlinie im Ersten Weltkrieg, wurde 1922 als heilig erklärt. Bis heute zeugen Bombenkrater, Schützengräben, Tunnel und Schutzräume von den damaligen Gefechten.
Die Vizentiner Alpen stellen ein beeindruckendes Kalksteinmassiv dar, das sich majestätisch entlang der Grenze zwischen den Provinzen Trient und Vicenza erhebt. Ihre Ausläufer ziehen sich in Nord-Süd-Richtung und münden schließlich in die Piccole Dolomiti, die wiederum ein integraler Bestandteil der Lessinischen Berge sind. Typisch für die Dolomiten präsentieren sich die Berghänge der Vizentiner Alpen außerordentlich steil, wobei insbesondere die Südhänge durch markante Felsnadeln, tiefe Schluchten und schwindelerregende Abgründe hervorgehoben werden. Im oberen Bereich des Höhenzuges breitet sich in etwa 2000 Metern Höhe eine sanft gewellte Hochebene aus. Dieses Gebiet ist geprägt von weichen Bergrücken und breiten Wiesensenken, die häufig als Weideland genutzt werden. Die Region zeichnet sich zusätzlich durch steile und schwer zugängliche Seitentäler aus, die zahllose Routen für den Aufstieg in die Gipfelregion eröffnen. Der Hauptkamm dieser Gebirgskette verläuft dabei konsequent in der beschriebenen Nord-Süd-Ausrichtung.
Auf dieser Tour werden insgesamt sieben beeindruckende Gipfel erklommen. Gleich zu Beginn erwartet uns der Monte Testo (2000 m), gefolgt am zweiten Tag vom nahezu unheimlich wirkenden Soglio dell’Incudine (2114 m), der Cima Palon (2232 m), der Cima Carega (2259 m), der Cima Madonnina (2141 m), dem Monte Tibet (2095 m) und schließlich der geheimnisvolle Monte Zevola mit 1976 m. Die Route bietet eine perfekte Mischung aus Abenteuer und Stille und ist das Ergebnis jahrelanger sorgfältiger Planung. Niemand kennt diese Region besser als Alpinblau Touren, was die Freude umso größer macht, diese Tour endlich ins Programm aufnehmen und allen wanderbegeisterten Naturfreunden zugänglich machen zu können.
Tourenplan
Tag 1 – Rifugio Lancia
Treffpunkt ist um 8 Uhr am Dante-Denkmal nahe dem Hauptbahnhof in Trento. Von dort fahren wir per Privattransfer nach Val dei Lovi, dem Ausgangspunkt der Tour. Der erste Tag folgt einer Route, die entlang der Spuren des Ersten Weltkriegs verläuft. Nach einem lockeren Aufstieg erreichen wir unseren ersten Gipfel, den Monte Testo (2000m), einst Schauplatz schwerer Kämpfe, dessen Relikte wie Stellungen und Tunnel noch erhalten sind. Mit Stirnlampen erkunden wir das Tunnelsystem. Vom Gipfel bietet sich ein beeindruckender Blick auf das Cosmagnon-Becken und die umliegenden Berge bis zum Pasubio-Gebiet. Mittagseinkehr in der zuckersüßen Malga Zocchi.
Leistung: 740m bergauf, 250m bergab, 10km
Tag 2 – Rifugio Papa
Vom Rifugio Lancia führt ein breiter Wanderweg, der bald in einen ruhigeren Pfad zur Bocchetta delle Corde übergeht. Ein Panoramaweg am Roite (2200 m) leitet uns zu historischen Stätten des Ersten Weltkriegs und zum Pasubio. Dort überschreiten wir drei Gipfel: Dente Austriaco (2203 m), Dente Italiano (2220 m) und Cima Palon (2232 m). Weiter geht es zum abgelegenen Soglio dell’Incudine (2114 m) mit Blick ins Prigionital. Der Abstieg erfolgt über die Straße der Helden, bevor wir das Rifugio Papa erreichen.
Leistung: 920m bergauf, 740m bergab, 14km
Tag 3 – Rifugio Campogrosso
Nach einem ausgiebigen Frühstück, untypisch für Italien, starten wir zur berühmten Straße der 52 Galerien. Dieses Meisterwerk aus dem Ersten Weltkrieg erfordert eine Stirnlampe. Der etwa 3,5-stündige Abstieg bietet abwechslungsreiche Pfade und spektakuläre Fernblicke. Mittags erreichen wir das Rifugio Xomo und stärken uns dort, bevor ein privater Bus uns zum Fugazze-Pass bringt. Von dort wandern wir durch einen magischen Elfenwald zum Evelyn-Pass und genießen Ausblicke auf das beeindruckende Carega-Massiv, bis wir das Rifugio Campogrosso erreichen.
Leistung: 550m bergauf, 1150m bergab, 14km
Tag 4 – Rifugio Campogrosso
Tagestour mit leichtem Rucksack: Vom Rifugio Campogrosso aus geht es zum Monte Cornetto durch eine abwechslungsreiche, teils alpine Landschaft. Höhepunkte sind Monte Cornetto (1899 m), Monte Emmele, Monte Sengio Alto, Monte I Tre Apostoli und Monte Baffelan, mit stets neuen Ausblicken auf das Pasubio- und Carega-Massiv sowie die Po-Ebene. Eine Mittagseinkehr in der Malga Cornetto bietet exzellente Küche von Adriano. Anschließend Besuch des Beinhauses (Sacrario militare del Pasubio), einer Gedenkstätte für über 5000 Gefallene des Ersten Weltkriegs. Der Rückweg führt entspannt über einen Panoramaweg zum Rifugio Campogrosso und über die tibetanische Brücke von 2016, auch „Straße des Königs“ genannt.
Leistung: 890m bergauf, 830m bergab, 12km
Tag 5 – Rifugio Scalorbi
Aufstieg zur Bocchetta dei Fondi (2015 m) auf einem abwechslungsreichen und teils anspruchsvollen Weg. Bei gutem Wetter steigen wir weiter hinauf zur Cima Carega (2259 m), dem höchsten Gipfel der Piccole Dolomiti, mit Mittagseinkehr im Rifugio Fraccaroli (2238 m). Der Weg führt im Nachhinein über einen restaurierten Höhenweg des CAI (italienischer Alpenverein), vorbei an der Cima Madonnina und der Cima Tibet, bis wir unsere nächste Unterkunft, das Rifugio Scalorbi, erreicht haben werden.
Leistung: 1050m bergauf, 930m bergab, 13km
Tag 6 – Rifugio Boschetto
Vom Rifugio Scalorbi folgen wir einer leichten Route bis wir den auf 1850 Meter gelegenen Pass ‚Porta del Campobrun‘ erreichen, von wo wir einen unglaubwürdigen Blick ins Teufelstal haben werden. Wir folgen einer einsamen Streckenführung bis hinunter zum Passo della croce oder Passo Lora und sehen bereits in stiller und gleichgültiger Art unseren letzten Berg, dem Monte Zevola (1976m). Bei guten Bedingungen ist eine Besteigung möglich, bei weniger guten Bedingungen weichen wir auf den Passo Zevola aus und treffen am Passo Ristelle beide Wege wieder. Vom Passo Ristelle ist es nicht mehr weit bis zu unserer letzten Unterkunft, das Rifugio Boschetto, wo uns Daniela und Romano erwarten.
Leistung: 620m bergauf, 920m bergab, 14km
Tag 7 – Rückreise
Rückreise nach Trient
Dauer 7 Tage / Gesamtstrecke 81 km / Höhenunterschied 5230 m im Aufstieg und 4650 m im Abstieg