Die Bergamasker Alpen sind eine Gebirgsgruppe der Südalpen im Norden Italiens und erstrecken sich über etwa 80 Kilometer zwischen dem Comer See im Westen und dem Iseo See im Osten. Sie stellen ein Werk von großer historischer, naturalistischer und bergsteigerischer Bedeutung dar: eine in jeder Hinsicht einzigartige und spektakuläre Route, die zwischen 1950 und 1975 von der Sektion und den Untersektionen des CAI Bergamo geschaffen wurde. Die Bergamasker Alpen sind berühmt für ihre große Artenvielfalt an Flora und Fauna und ihren Wasserreichtum, dessen Erosionskraft kleine Nachbar- und Nebentäler entstehen ließ, ein Detail, das ihre Schönheit auch heute noch prägt.
Die Bergamasker Alpen sind in zwei Abschnitte zu teilen. Zum einen haben wir den westlichen Teil und zum anderen den östlichen Teil. Beide Gebiete bilden den von West nach Ost sich hinziehenden Gebirgskamm von 80 km und sind in 7 Tagen wohl kaum zu bewältigen.
Diese Tour führt Sie auf den sogenannten östlichen Abschnitt. Die Wege und Steige sind nicht selten steil und exponiert, teilweise unterstützen Drahtseil-Versicherungen. Gute Kondition, absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kletterfertigkeiten in leichtem Felsgelände sollte besitzen, wer hier unterwegs ist.
Tourenplan
Tag 1 – Rifugio Tagliaferri
Treffpunkt ist um 8 Uhr in Bergamo, und zwar am Hotel Città dei mille, so es ferie Parkplätze direkt am Hotel gibt, für jene, die mit dem Auto anreisen. Mit privatem Tourbus geht es zu der kleinen Ortschaft Ronco, zugleich Ausgangspunkt unserer Tour. Wir folgen einer Anstiegsroute, immer entlang des Flusslaufs Torrente Val di Vo. Ein fürwahr tolles Erlebnis!
Höhenunterschied: bergauf 1200m, bergab 50m, 14km
Tag 2 – Rifugio Antonio Curò
Vom Rifugio Tagliaferri steigen wir zunächst ab. Wir laufen auf dem ‚itenerario naturalistico Antonio Curò‘, Namensgeber unserer nächsten Unterkunft. Nach ca. eine Stunde erreichen wir den Pass Belviso und befinden uns unterhalb vom Monte dei Solegà (2632m). Eine Besteigung ist aber nicht möglich. Der nächste Pass liegt höher, Passo di Bondione. Ab diesem Punkt wird die Streckenführung ein wenig holpriger, aber die Aussicht ist schlichtweg überwältigend. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir den Punkt, von wo wir bei guten Bedingungen, die Cima tre confini (2824m) besteigen können.
Höhenunterschied: bergauf 600m, bergab 950m, 15km (ohne Monte tre confini)
Tag 3 – Baita Case Rosse G.A.C.
Eine eher ruhige, vom Anspruch eher moderate Etappe steht heute an. Wir verlassen des Rifugio Curò und begeben uns zunächst auf einen breiten Wanderweg mit atemberaubender Sicht auf das große Valbondionetal. In der Ortschaft Lizzola werden wir im Hotel Goan zu Mittag einkehren, um uns vor dem Aufstieg zu der Baita Case rosse zu stärken.
Höhenunterschied: bergauf 750m, bergab 1000m, 12km
Tag 4 – Rifugio Gianpace
Diese anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tageswanderung verbindet die wilden Hochtäler Valle Sedornia und Valle del Goglio, sowie die angrenzende Val Sanguigno über panoramareiche Pässe und historische Alpendörfer. Der Pfad führt in nordwestlicher Richtung bergauf in Richtung der Bergflanken des Monte Barbarossa und der Vigna Vaga. Wir folgen einem alpinen Steig, der über alpine Grasmatten und Geröll stetig ansteigt. Nach der Querung der oberen Hänge erreichen wir das natürliche Felsenbecken, in dem der wunderschöne, oft türkisblaue Spigolarsee (1.850 m) eingebettet liegt. Vom See aus beginnt der Abstieg in das unberührte Valle Sedornia. Wir steigen zunächst steil hinab. Der Pfad taucht bald in dichte Tannen- und Fichtenwälder ein. Wir folgen der Forststraße des Tals talwärts, bis wir Spiazzi Gromo erreichen, wo wir zu Mittag einkehren. Dann steigen wir nach Boario ab. Von dort führt der Weg über alte Saumpfade und Waldwege stetig bergab in den Talgrund des Seriana-Tals (Val Seriana). Wir erreichen schließlich das historische, mittelalterliche Dorf Gromo (ca. 676 m), das für sein intaktes historisches Zentrum und seine alten Schmieden bekannt ist. Von Gromo aus schlagen wir den Weg nach Norden/Nordwesten ein, um in das Valle del Goglio zu gelangen. Wir wandern zunächst hinauf in das Bergdorf Valgoglio. Hier befindet sich der eigentliche Einstieg in die wilde Natur des Tals. Der Weg führt auf einen gut ausgetretenen, schattigen Pfad durch den dichten Wald hinauf. Wir wandern entlang des tosenden Wildbachs Goglio, der an vielen Stellen spektakuläre Gumpen und kleine Wasserfälle bildet. Sobald sich der Wald lichtet, öffnet sich das Panorama an der Schwelle zum wilden Hochtal Val Sanguigno. Über eine kleine Brücke erreichen wir nach dem letzten steilen Serpentinenstück unser Ziel: das privat geführte Rifugio Gianpace (1.331 m).
Höhenunterschied: bergauf 1120m, bergab 1400m, 22km
Tag 5 – Rifugio Laghi Gemelli
Der Alpenvereins-Pfad 232 zwischen dem Rifugio Gianpace und dem Rifugio Laghi Gemelli ist keine gewöhnliche Wanderung – er ist ein echtes Abenteuer durch die ursprüngliche Bergwelt des Val Sanguigno. Schritt für Schritt führt der anspruchsvolle Weg bergauf, vorbei an rauschenden Bächen, einsamen Almen und schroffen Felsflanken. Mit jedem Höhenmeter wird die Landschaft dramatischer. Der Pfad verlangt Trittsicherheit, Kondition und Aufmerksamkeit, belohnt dafür aber mit einer unvergleichlichen Ruhe und der wilden Schönheit der Bergwelt. Hinter jeder Kurve eröffnen sich neue Ausblicke über die tief eingeschnittenen Täler und die majestätischen Gipfel der Bergamasker Alpen.
Höhenunterschied: bergauf 1000m, bergab 400m, 10km
Tag 6 – Hotel Foppolo
Diese abwechslungsreiche Bergwanderung verbindet die hoch gelegene Seenlandschaft rund um das Rifugio Laghi Gemelli mit dem Talort Carona und dem Bergort Foppolo. Neben mehreren Stauseen und einem optionalen Abstecher zum Lago Becco erwarten uns zunächst ein langer, steiler Abstieg durch Wald sowie ein anschließender Wiederaufstieg über die Val Carisole und den Passo della Croce. Von unsere Unterkunft folgen wir dem Weg zunächst in westlicher Richtung. Der erste Abschnitt verläuft nahezu eben und angenehm direkt am Ufer entlang. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir den Lago Piano Casere, einen flachen Speichersee, dessen Ufer stellenweise von Gras und alpiner Vegetation geprägt sind. Der Weg führt weiter in Richtung Lago Marcio. Dort wandern wir überwiegend am Nord- beziehungsweise Westufer des Sees entlang, bis wir die Staumauer erreichen. Wir werden die Tour um einen landschaftlich reizvollen Abstecher erweitern. Dafür folgen dem Pfad, der nach Norden führt, unterhalb der steilen Flanken des Pizzo del Becco und zum kleineren, idyllisch gelegenen See ‚Lago Becco‘. Anschließend kehren wir auf demselben Weg zur Weggabelung am Lago Marcio zurück. Nun beginnt der anspruchsvollere Teil der Etappe: Der Pfad verliert rasch an Höhe und zieht sich in zahlreichen Serpentinen talwärts. Zunächst passieren wir die verfallene Baita Foppone (1.574 m). Danach führt der Weg in dichten Nadelwald hinein. Der Abstieg ist steinig und teilweise steil. In engen Kehren geht es weiter bergab, ehe wir die Materialseilbahn unterqueren. Schließlich erreichen wir den Lago di Carona (1.110 m) und den Ort Carona, wo wir zu Mittag einkehren. In Carona wechseln wir auf die westliche Talseite, um den Gegenanstieg nach Foppolo in Angriff zu nehmen. Der Weg steigt zunächst durch schattige Bergwälder an. Mit zunehmender Höhe lichtet sich der Wald. Von hier führt der Weg weiter hinauf zum Rifugio Terre Rosse auf etwa 1.810 m. Noch ein bisschen weiter hinauf zum Passo della Croce (1.939 m), der als Übergang zwischen der Val Carisole und der Mulde von Foppolo dient. Vom Pass beginnt der abschließende Abstieg nach Foppolo. Wir folgen einem breiten Schotterweg. Dabei passieren wir unter anderem die Quarta Baita, bevor der Weg kontinuierlich hinab ins Ortszentrum von Foppolo, und zum Hotel des Alpes führt, wo auch die Westtour endet.
Höhenunterschied: bergauf 900m, bergab 1300m, 15,5km
Tag 7 – Abreise
Mit unserem Privattransfer ‚Flashdriver‘ geht es zurück nach Bergamo.
Dauer 7 Tage / Gesamtstrecke 88,5 km / Höhenunterschied 5570 m im Aufstieg und 5300 m im Abstieg